Archiv für: "April 2017"
Gute Arbeit
Gunter Haake • 2016
Zu den aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung gehört auch die Frage, wie Gewerkschaften auf selbstständige Erwerbsformen reagieren. […] Nicht zuletzt durch das eher schleichende Vordringen ,atypisch’ genannter Arbeitsbeziehungen und die zu verhaltenen Reaktionen darauf konnten sich negative Aspekte ausbreiten: Soziale Sicherung und gerechte Einkommensverteilung stehen – auch durch Formen „liquider Arbeit“ und der Solo-Selbstständigkeit unter Druck. Beide werden daher oft als Synonyme für den Verlust von Sicherheiten und als Gefahr für die gewerkschaftliche Durchsetzungsmacht gesehen. Das können sie sein, insbesondere dort, wo sie als reines Kostensenkungsinstrument missbraucht werden und die Belegschaften spalten. Trotzdem wohnt ihnen ein Emanzipations- und Gestaltungspotenzial inne, das in einseitig dystopischen Betrachtungen zur Zukunft der Arbeit eher übersehen wird.
Erste Ergebnisse: ver.di-Umfrage zu Solo-Selbstständigkeit und internetbasierter Arbeit
Freie/Selbstständige • Pressemitteilung • Innovation und Gute Arbeit • 20.04.2017
Viele Solo-Selbstständige befinden sich in einer wirtschaftlich prekären Lage. Obgleich die Befragten außerordentlich gut qualifiziert sind, erbringt die Selbstständigkeit auch in Vollzeit oft nur bescheidene Erträge. Über ein Fünftel der Vollzeiterwerbstätigen verdient weniger als 1.000 Euro brutto im Monat.
In einem FACT-Sheet veröffentlcht ver.di erste Ergebnisse aus der gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Pongratz (Ludwig-Maximilians-Universität München) durchgeführten Umfrage zu Solo-Selbstständigkeit und internetbasierter Arbeit.
Artikel im Archiv (PDF, 996 kB)
Noch ein taz-Artikel …
Gesellschaft • Medien • Thomas Klatt • 27. 4. 2017
(woi) … und die Initiative der Freien und Solo-Selbstständigen am DGB-Bildungswerk BUND e.V. hat wieder nichts damit zu tun – wenngleich dieser Artikel aus dem Herzen spricht – und dem Verstand: Nahezu durchgängig genügt es die Berufsbezeichnungen der Solo-Selbstständigen in den Medienanstalten durch „Bildungsarbeiterinnen“ und „Sachmittel“ durch „Lieferanten“ zu ersetzen und es entsteht ein sehr genaues Abbild des Umgangs mit Freien beim DGB-Bildungswerk BUND e.V.
Vernetzung
Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten • Linda Guzzetti • 16.03.2017
(woi) Die Initiative der Solo-Selbständigen im ,DGB-Bildungswerk BUND e.V.‘ vernetzt sich weiter.
Bereits in 2015 hatten wir Anträge für die ver-di-Bundeskonferenz über die Landesbezirkskonferenz Baden-Württemberg (A086), Bezirksfachbereichskonferenz 5 Berlin (V010) und Landesbezirksfachbereichskonferenz 5 Berlin-Brandenburg (V009) zur „Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Solo-Selbstständigen” eingebracht, die auch beschlossen wurden.
Seit dem letzten Jahr arbeiten Einige von uns u.A. in den Landes- bzw. Bundeskommission(en) der Solo-Selbständigen mit, die traditionell nicht mit Bildungsarbeiterinnen besetzt waren. Wir konnten so eine Sensibilität für die Beschäftigungssituation in gewerkschaftsnahen Unternehmen wie dem DGB-Bildungswerk BUND e.V. aufbauen. Wir kooperieren so heute mit Kolleginnen aus Hamburg, Hannover, Köln, Berlin und Karlsruhe.
Heute stellen wir einen neuen Kontakt mit der „Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten“ vor. In Ihrer Selbstdarstellung fordern sie u.A., dass „Lehrbeauftragte […] endlich als gleichberechtigte Hochschulmitglieder Anerkennung finden“ und „sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden“ müssen. Und das gilt auch für Lehrkräfte an VHS und die Bildungsarbeiterinnen in gewerkschaftlich geführten Bildungseinrichtungen. Sowohl den Lehrbeauftragten der Hochschulen, den Lehrkräften der VHS und den Bildungsarbeiterinnen in gewerkschaftlich geführten Bildungseinrichtungen ist gemein, dass sie in mit öffentlichen Geldern bezuschussten, mit einem öffentlichen Auftrag ausgestatteten Einrichtungen arbeiten, die von einem gesellschaftlichen Konsens getragen auch ihre Arbeitsbedingungen dem gesellschaftlichen Diskurs anpassen und zeigen sollten, dass marktpoliitische Forderungen aus Politik und Gewerkschaften mehr sind als hohle Phrasen.
sicht.weisen –akualisiert–
sicht.weisen • 16. Mai 2017
Das Thema Selbstständigkeit gewinnt mit der Digitalisierung für Gewerkschaften an Bedeutung. Crowdsourcing-Plattformen vereinfachen die Vergabe von Aufträgen an Selbstständige. Aus diesem Grund hat ver.di ihre Mitglieder befragt, vor welchen Herausforderungen sie als Solo-Selbstständige stehen, welche Bedeutung für sie Crowdsourcing-Plattformen bei der Akquise haben, welche Erfahrungen sie auf diesen Plattformen sammeln und welche Erwartungen sie als Selbstständige an ihre Gewerkschaft stellen.
Die Ergebnisse der Online-Befragung, an der über 800 Solo-Selbstständige teilgenommen haben, werden auf der Veranstaltung zur Diskussion gestellt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Pongratz von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Veronika Mirschel vom ver.di-Referat Selbstständige und Sarah Bormann vom ver.di-Bereich Innovation und Gute Arbeit (Projekt Cloud und Crowd) wollen wir diskutieren, was dies für Gewerkschaften bedeutet. Neben den Problemen und Erwartungen von Solo-Selbständigen und dem Thema Crowdwork wird es dabei auch darum gehen, dass die Einteilung in abhängig Beschäftigte und Selbstständige zunehmend schwierig wird, weil immer mehr Erwerbstätige unterschiedliche Erwerbsformen miteinander kombinieren.
Mittwoch, 16. Mai 2017
18:00–20:00 Uhr
ver.di-Bundesverwaltung
Paula-Thiede-Ufer, 10179 Berlin
Raum Nabucco, BG
Artikel im Archiv (PDF, 252 kB)
Herausforderungen von Digitalisierung und Automatisierung
Klaus Dörre • Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena • 8. Juli 2016
Dörres Arbeitsgebiete sind Kapitalismustheorie/Finanzmarktkapitalismus, flexible und prekäre Beschäftigung, Partizipation in Unternehmen, Arbeitsbeziehungen und Strategic Unionism, Green New Deal sowie Autoritarismus bei Jugendlichen.
Anm.: Zieht sich der Kapitalismus an seinem digitalen Schopf aus dem Sumpf
1. Beschäftigungswirkung, Prognosen
2. Arbeitspolitische Gestaltungsmöglichkeiten
3. Ökologie und Wachstum
4. Neue Technologien, Kontrolle und Demokratie
4:10 Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data, disruptiv, CIM (computer integrated manufacturing), Halle 54, 15:45 Cäsur, Ende der neoliberalen Globalisierung (Wachstumsversprechen), repulsiv, Paradigma Antwort 4.0, Siemens Amberg, wenig Beispiele, 20:00 neue Pprosperitäts-Konstellation, keine Zunkunftsvision, makro ökonomisches , Profit-Klemmen-Krise, technologische Arbeitslosigkeit?, 32:42 reformierter Kapitalismus, 1. industrielle Revolution, lebendige Arbeit nicht verschwunden, Schwarmintelligenz, Gestaltungspotential, Gewerkschaften außen vor, 41:20 Regime panoptischer Kontrolle (Amazon), 41:50 Restrukturierung der Wertschöpfungketten, Arbeiten höchst unterschiedlicher Qualität vernetzen, Branchenprinzip wird unterlaufen, 43:50 Demokratisierung, Digit. ändert nichts an gegensätzlichen Interessen, Partizipation ist eingengesetzlich, macht Arbeit, Balance Imperialismus, vermehrt Steurungsarbeit über neue Technologien, 50:40 Arbeitsvermögen, das 5. Element: Steuerungsarbeit, Balance Kapitalismus; Revitalisierung Kapitalismus durch Verschiebung: Landnahme, Sharing Economy wird hegemonisiert, Verfügung über Zeit zurück …
s.a. Landnahme und die Grenzen kapitalistischer Dynamik und Sabine Pfeffer, „Was bedeutet Digitalisierung für unterschiedliche Beschäftigtengruppen?“

Landnahme und die Grenzen kapitalistischer Dynamik – Eine Ideenskizze, in Die kapitalistische Moderne nach der Postmoderne, WeltTrends, Potsdamer Wissenschaftsverlag
Der Vortrag auf YouTube
Auftraggeber Gewerkschaft
Der thread im Mitgliedernetz, auf den hier bereits im internen Bereich hingewiesen wurde, läuft weiter.
Insbesondere hat ein Kollege bzgl. des Verbots, eine Selbstdarstellung der Initiative der Freien zu verbreiten, darauf hingewiesen, dass Artikel 9 Absatz 3 Satz 1 und besonders Satz 2 des Grundgesetzes regelt: „Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.”
Allerdings muss klar gestellt werden, dass die Geschäftsführung selbstverständlich die Initiative, die sich für die Rechte der Freien einsetzt, in keiner Weise behindert – es ist der Initiative zumindest untersagt etwas Anderes zu behaupten.
In effektiver Gefangenschaft
Der Tagesspiegel • Welt • Harald Schumann und Elisa Simantke • 10.04.2017 15:39 Uhr
Die Abhängigkeit der Staaten von Microsoft
- verursacht stetig steigende Kosten und blockiert den technischen Fortschritt in den staatlichen Behörden;
- untergräbt systematisch das europäische Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht;
- geht einher mit einem erdrückenden politischen Einfluss für den Konzern;
- und setzt die staatlichen IT-Systeme samt den Daten ihrer Bürger einem hohen technischen und politischen Sicherheitsrisiko aus.
Scheinbar gleich
Dossier • Kathy Ziegler • 07.04.2017, 19:15 Uhr
Der Beitrag wie auch das Skript sind zwischenzeitlich über den oben angeführten link auf der site des Deutschlandfunks abrufbar.
Politische Bildung?
Bildungswerk Hessen e.V. / Weiterbildung Hessen e.V. • 23. Mai 2017
Auf der Fachtagung am 23. Mai (Gewerkschaftshaus Frankfurt, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77) „Politisches Bewusstsein – jetzt! Wieviel politische Bildung braucht die Demokratie“, nimmt u.A. Dr. Julika Bürgin teil, die bereits auf der Tagung zur Ehrung von Hinrich Oetjen Anfang September 2014 in Hattingen durch ihre provokanten Thesen in Richtung der Erwachsenenbildner in Erinnerung bleibt: Diesseits der Beschlusslage, Elefant im Seminarraum – Zur Aktualität kritisch-emanzipatorischer gewerkschaftlicher Bildung.
Die Inhalte dieser Tagung stecken die beiden Einführungsvorträge ab: „Die Bedeutung der politischen Bildung für den Erhalt und Entwicklung der Demokratie“ (Dr. Julika Bürgin, Hochschule Darmstadt) und „Rolle der politischen Bildung im Rahmen der Erwachsenenbildung“ (Dr. Jana Trumann, Universität Duisburg-Essen).




