Archiv für: "August 2011"
Berliner! – Seid wachsam!
18.08.2011 15:37, von admin, Kategorien: Hintergrund, Das Leben, das Universum … und der ganze Rest!
(woi) So der Regierende heute morgen. Irgendwie klingt das wie aus einer Zeit, als z.B. der Schlager „Lili Marleen“ populär wurde – heute vor 70 Jahren.
Der Linksradiklaismus ist wiederentdeckt. Ein neuer Deutscher Herbst stehe ins Haus, vermuten die Experten der großen Parteien (SPD-Innenexperte Wiefelspütz sprach von einer Vorstufe zum Terrorismus. Auch die RAF habe mit Brandanschlägen begonnen.).
Cameron, britischer Premier, weiß, dass es sich bei den Schuldigen um verantwortungslose Subjekte handelt, die jede moralische Wertvorstellung verloren haben. Und Ackermann lehnt in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC eine Transaktionssteuer weiterhin ab, weil die Bankkunden auf andere Börsenplätze außerhalb der Eurozone ausweichen könnten.
Und – wo ist da der Zusammenhang?
● Großbritannien diskutiert über Strafmaß für jugendliche Plünderer
Nach den Ausschreitungen: Harte Urteile sind umstritten
Von Jochen Spengler · Deutschlandfunk · 18.08.2011 · 09:10 Uhr | Audio-Link: hier
Die britischen Richter arbeiten zum Teil 30 Stunden ohne Pause. Nach den Krawallen und Plünderungen vor zwei Wochen müssen Jugendliche sogar wegen des Diebstahls von Kaugummi ins Gefängnis. Kritiker monieren: Die Justiz ignoriere ein grundlegendes Rechtsprinzip.
● Die NEW YORK TIMES beschäftigt sich mit der Reaktion des britischen Premierministers auf die Krawalle im Land:
„Cameron, selbst ein Produkt der britischen Oberschicht, hat für die Brandstiftungen einen moralischen Verfall und städtische Subkulturen verantwortlich gemacht. Würde er mit Blick auf die Wohlerzogenen und Reichen ähnlich argumentieren, wenn es um den jüngsten Abhörskandal und die Spesen-Affären der britischen Parlamentarier geht? Es ist die Pflicht einer Regierung, die gesetzestreuen Bürger zu schützen und nicht in simples Moralisieren zu verfallen. Die drakonischen Vorschläge der Cameron-Regierung ernten den Applaus der Öffentlichkeit, doch auf lange Sicht bedrohen sie den Zusammenhalt der Gesellschaft. Die britischen Großstadt-Wüsten brauchen die Aufmerksamkeit der Regierung und keine Strafmaßnahmen“, unterstreicht die NEW YORK TIMES, Deutschlandfunk · Presseschau · 18.08.2011 · 12:50 Uhr
Die Demokratie*-Bewegung erreicht Europa
(woi) Im heute.de magazin steht am 09.08.2011 „Autos und Häuser brennen, Geschäfte werden geplündert: Die Gewalt hat neben London drei weitere Städte erfasst.“
In Wikipedia heißt es „Sie [,die umwälzenden politischen Ereignisse‘] begannen mit landesweiten Massenunruhen in der Bevölkerung, die sich […] über die Zentren des Landes ausbreiteten und sich in Wellen von Protestaktionen […], aber auch in Gewaltausbrüchen und Plünderungen ausdrückten.“
Letzteres, allerdings, beschreibt die im Westen sogenannte Jasmin Revolution, die Ende 2010 über Tunesien hinweg fegte.
Und noch ein Zitat? In Buch 4 (1294b) der Politica schreibt Aristoteles:
Ich bin beispielsweise der Meinung, dass es als demokratisch anzusehen ist, wenn die Herrschenden durch das Los bestimmt werden, während Wahlen als oligarchisch betrachtet werden müssen.
*(gr. Δημοκρατία, von δῆμος [dēmos], „Volk“, und κρατία [kratía], „Herrschaft“)
Mehr zur Spielwiese „Demokratie“ z.B. in The Intelligence (09.04.2011, hsa), „Die arabische Revolution ist nicht der Ruf nach Demokratie“ oder in der NZZ (06.03.2011, Eugene Rogan) „Die Wurzeln der arabischen Revolution“.












